Aktuell

PM der KLB zum Beschluss der Bundesregierung, Werkverträge für Schlachthofmitarbeiter zu verhindern!

Die Katholische Landvolkbewegung Deutschland begrüßt den Beschluss der Bundesregierung, Werkverträge für Schlachthofmitarbeiter zu verhindern!

Allein auf strengere Regelungen und Verbote zu setzen, geht aber am Problem vorbei

Nachdem die Corona-Pandemie erneut lange bestehende – und bekannte – Missstände öffentlich machte, hat die Bundesregierung mit ihrem heutigen Beschluss, Werkverträge in Schlachthöfen zu unterbinden, zumindest schnell und folgerichtig gehandelt. Ob dies ausreicht, vom Bundestag mitgetragen wird und rechtlich Bestand hat, muss sich erst noch zeigen. Schon werden Stimmen laut, die dies Verbot als zu weitreichend bezeichnen oder es sogar als einen Verstoß gegen das Übermaßverbot sehen. Dies zeigt, dass es nicht leicht wird die beabsichtigten Regelungen tatsächlich zu beschließen. Dabei darf Folgendes nicht vergessen werden: wenn über die Vergabe von Werkverträgen das Kerngeschäft eines Betriebes erfüllt wird, weist dies auf eine Ausnutzung von Menschen über Lohndumping hin.

All dies ist ein Ausdruck eines Wirtschaftssystems, bei dem mit geringen Kosten der größtmögliche Gewinn erzielt werden soll. Unsere viel gepriesene soziale Marktwirtschaft wird unter diesen Bedingungen immer mehr zur Makulatur und widerspricht den Prinzipien der christlichen Soziallehre. Die hohe Anzahl von Werksverträgen hebelt unser Sozialsystem aus. Ein Verbot scheint das einzige Mittel zu sein, dieses System einzudämmen.

Darüber hinaus haben wir alle die Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen, die unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen dafür sorgen, dass wir unser billiges Schnitzel fein säuberlich zerlegt auf den Tisch bekommen, in den Blick zu nehmen. Die KLB Deutschland mahnt seit vielen Jahren ein genaues Hinschauen jedes Einzelnen und eine Veränderung der Rahmenbedingungen an. Hierbei geht es nicht allein um Werkverträge, Mindestlohn, Unterkunft, Verlagerung von Verantwortlichkeiten. Wir alle sind in die Pflicht genommen, unsere Anspruchshaltung und unseren Konsum zu hinterfragen – mit Blick auf die Menschenwürde, aber auch mit Blick auf einen würdevollen Umgang mit unseren Nutztieren, so Nicole Podlinski und Korbinian Obermayer, Bundesvorsitzende der KLB.

Daher fordern wir erneut alle Beteiligten auf, weiterzudenken:

  1. Unsere Sozialgesetzgebung und Arbeitsrechte sind nicht Schwachstelle, sondern Standortvorteil, weil sie den Menschen als Menschen sehen und nicht nur als Objekt zur Realisierung von Gewinnen. Wir erwarten von allen Verantwortlichen die Einhaltung der Arbeit- und Gesundheitsschutzvorgaben, sowie die Kontrolle der Verordnungen bei der Unterbringung der Beschäftigten durch die Behörden vor Ort kontrolliert und die Abstellung der Mängel. Die Arbeitsinspektion in Deutschland ist hierfür ein gutes Instrument, welches besser ausgerüstet werden muss.
  2. Immer größer, immer weiter, … vor allem weiter so, ist keine Möglichkeit, eine gute Zukunft für uns, unsere Kinder und alle Menschen auf der Welt zu gestalten.
  3. Wir müssen uns auf Strukturen besinnen, die kleiner und regional verankert sind. Das gilt auch und vielleicht insbesondere für die Fleischproduktion – von der Haltung auf den Höfen bis hin zur Schlachtung in einem Betrieb in der Region. Vor allem in Bezug auf ein besseres Tierseuchenkrisenmanagement und für besseres Tierwohl sind dezentrale Strukturen von Vorteil.
  4. Das bedeutet, dass wir uns gerade in der Landwirtschaft von einer Politik verabschieden müssen, die es kleineren bäuerlichen Familienbetrieben unmöglich macht, einen auskömmlichen landwirtschaftlichen Betrieb zu bewirtschaften. Dies gilt angefangen von Boden- und Pachtpreisen bis hin zu den Dumpingpreisen für Fleisch und andere landwirtschaftliche Produkte.
  5. Auch wir Verbraucherinnen und Verbraucher sind in der Pflicht, für Lebensmittel angemessene Preise zu zahlen. Wichtig ist, dass das Geld auch bei den Landwirtinnen und Landwirten ankommt und nicht auf dem Weg dahin von anderen vereinnahmt wird.

Den erkrankten Arbeitenden und ihren Familien wünschen wir eine schnelle Genesung und die Unterstützung, die sie nun benötigen und ihnen guttut.

Bad Honnef, den 20. Mai 2020

 

 

“Laudato Si”….gemeinsames Gebet zum fünften Jahrestag!

"Laudato Si"....gemeinsames Gebet zum fünften Jahrestag!

Am 24. Mai 2015 erschien die Enzyklika des Papstes Franziskus „Laudato Si“, sie war und ist ein Weckruf, die Schöpfung zu bewahren und eine gerechtere Welt aufzubauen. Mit dem 24. Mai 2020 beginnt das vom Vatikan ausgerufene „Laudato-Si-Jahr“, das eine Zeit der Gnade werden soll, um die Marschrichtung zu ändern hin zu einer nachhaltigen und gerechten Welt. Weiterlesen …

Mai-Andachaten zu Ehren Marias

… auch wenn es inzwischen vielfältige Lockerungen in der Zeit der Corona-Pandemie gibt und Gottesdienste wieder gefeiert werden können, so scheuen sich doch einige von uns vielleicht, diese Möglichkeiten zu nutzen. Weiterlesen …

Wirtschaftliche Wiederbelebung als Chance für eine nachhaltige Weiterentwicklung nutzen – Jeder von uns trägt Verantwortung!

Gemeinsam mit weiteren 180 Organisationen – Umweltorganisationen, Wirtschaftsverbänden, Verbraucherschützern – und Unternehmen fordert die Katholische Landvolkbewegung Deutschland in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die zuständigen Minister*innen ein Klima-Konjunkturpaket zur wirtschaftlichen Wiederbelebung nach der Coronakrise, das im Einklang mit den Klima- und Energiezielen steht. Weiterlesen …

#NetzstreikFürsKlima – Jetzt online mitstreiken!

Zusammen mit Fridays For Future laut fürs Klima

Die KLB Deutschland ist Mitglied der Klima-Allianz Deutschlands und damit eines breiten Bündnisses vom mehr als 130  Mitgliedsverbänden aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Gesundheit, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften, das sich für eine ambitionierte Klimapolitik und eine erfolgreiche Energiewende auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene einsetzt – auch in Zeiten der Corona-Pandemie, die so manches Umdenken erfordert. Weiterlesen …

Kommissionsbericht enttäuscht – innovative und zukunftsweisende Ergebnisse fehlen!

Das Rentenbündnis der katholischen Verbände kritisiert die Empfehlungen der Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ als nicht zukunftsweisend

Bad Honnef / Berlin / Düsseldorf / Köln, 1. April 2020 – Die im Rentenbündnis zusammengeschlossenen katholischen Verbände teilen die Enttäuschung darüber, dass es der Rentenkommission der Bundesregierung nicht gelungen ist, sich auf zukunftsweisende Empfehlungen zu verständigen. Die Ergebnisse hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil am vergangenen Freitag nach fast zweijährigen Beratungen überreicht bekommen. Weiterlesen …

Gemeinsame Erklärung der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland und der Katholischen Landvolkbewegung Bayern

Nur gemeinsam ist die Ernte einzubringen

Corona lässt uns anders auf Gewohntes schauen

Durch die Corona-Pandemie werden Hundertausende der jährlich in Deutschland tätigen Saisonarbeiter*Innen nicht zur Verfügung stehen. Damit dennoch die Felder bewirtschaftet und die Ernte eingebracht werden kann, benötigen die Landwirt*Innen viele starke und unterstützende Hände. Gleichzeitig gibt es in Deutschland immer mehr Menschen, die derzeit in ihrem normalen Beruf nicht tätig sein können. Hier finden sich viele, die freiwillig helfen wollen. Die Katholische Landvolkbewegung begrüßt daher Regelungen, die hier ansetzen und mit denen versucht wird, Kurzarbeitende, Flüchtlinge oder Schülerinnen und Schüler sowie Studierende und Arbeitssuchende auf die Felder zu bringen. Weiterlesen …

Gemeinsame Vorschläge zur GAP von EDL und KLB

Die Katholische Landvolkbewegung Deutschland (KLB) und der evangelische Dienst auf dem Land (EDL) haben sich intensiv mit der Neuausrichtung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik befasst. In der jetztigen Ausnahmesituation durch die Corona-Pandemie zeigt sich, wie wichtig eine regionale Wirtschaft und insbesondere eine regionale Versorgung mit Lebensmittel ist. Hierzu tragen die bäuerlichen Familienbetriebe in Deutschland in großem Maße bei. Sie gilt es auch bei der Neuausrichtung der GAP zu stützen.

Auf der Basis unseres Leitbildes einer nachhaltigen Landwirtschaft in ökonomischer, sozialer und ökologischer Dimension und mit dem Fokus auf die bäuerliche Landwirtschaft mit inhabergeführten Betrieben, die eigenverantwortlich arbeiten und sich einer auf zukünftige Generationen ausgerichteten Erzeugung von Mitteln zum Leben, einer ressourcenschonenden Wirtschaftsweise, dem Schutz der Umwelt, dem Erhalt der natürlichen Artenvielfalt und dem Respekt vor den Mitgeschöpfen und der Schöpfung verantwortlich fühlen, haben wir den vorliegenden Entwurf der EU-Kommission für eine neue europäische Agrarpolitik betrachtet und bewertet. Dabei ergeben sich aus unserer Sicht einige notwendige Änderungsbedarfe, die Sie in der angehängten Stellungnahme im Einzelnen finden.

Wir freuen uns, wenn wir damit die Diskussion zur Europäischen Agrarpolitik bereichern und die aus unserer Sicht dringend gebotene Berücksichtigung der Belange bäuerlicher Familienbetriebe fördern können.

Die gemeinsame Erklärung finden Sie in der pdf-Datei

Gemeinsame Vorschläge zur GAP KLB und EDL – final

 

Landwirtschaft im Klimawandel: Ihre Zukunft lokal und global

Landwirtschaft im Klimawandel: Ihre Zukunft lokal und global

Christoph Bals, Germanwatch (Foto: Luise Richard)

Die Situation der Landwirtschaft im Kontext des Klimawandels besser zu verstehen und Handlungsoptionen auszuloten, dazu trugen ca. 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland bei. Konkret waren es in den Vorträgen, Dialogen und Workshops engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Verbänden, Beratung, entwicklungspolitischen Organisationen, Wissenschaft und Kirche. Deutlich wurde, dass die dringlichen, notwendigen Transformationsprozesse auf der Ebene der Verbraucherinnen und Verbraucher ein deutlich anderes Konsum- und v.a. Ernährungsverhalten bedeuten, auf der Ebene der Landwirtschaft neue, auch grundlegend andere Geschäftsmodelle. Einigkeit bestand darin, dass dazu ein Gesellschaftsvertrag von Nöten ist. Hilfreich kann dabei als ethischer roter Faden die Enzyklika Laudato si sein.

Die Kooperationsveranstaltung von Akademie Franz Hitze Haus mit der Katholischen Landvolkbewegung (Bundesverband), der Katholischen Landvolkbewegung im Bistum Münster und der Deutschen Kommission Justitia et Pax fand vom 28.2. bis 1.3.2020 in Münster  statt.

Hier finden Sie die Tagungsbeiträge zum download:

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„Humusaufbau und Agroforst für eine klimagerechte Landwirtschaft“

Die KLB Deutschland unterstützt den offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, den Sarah Schulte-Döinghaus (KLJB-Bundesvorsitzende) und Niklas Wagener (Mitglied des Bundesvorstands der Grünen Jugend) formuliert haben. Sie fordern:

  1. Die Einhaltung des 1,5°-Ziels in der Landwirtschaftspolitik.
  2. Die Anerkennung und die Förderung der Umweltleistungen der Landwirtschaft:
    Vom CO2-Emittenten zur CO2-Senke.
  3. Degradierungsprozesse auf Acker- und Grünlandstandorten aufzuhalten.
  4. Die Förderung von Agroforst-Flächen.

Die Details zu den Forderungen finden Sie im vollständigen offenen Brief: Offener Brief an Klöckner_Humusaufbau und Agroforst

https://www.kljb.org/2019/09/16/klimagerechte-landwirtschaft-jetzt/