Klima

Ein Beschluss der Bundesversammlung der KLB Deutschland – 2022

 

Mehr denn je sind wir als Christinnen und Christen aufgefordert, für den Erhalt der Schöpfung einzutreten. Die aktuelle Klimakrise ist existentiell, global und betrifft Lebensform und Konsumverhalten jeder und jedes Einzelnen. Um diese Überlebensfrage der Menschheit positiv beantworten zu können, muss jede*r in seinem alltäglichen Lebens- und Wirkungsbereich einen Beitrag leisten. Es ist absolut klar, dass ein globales Umsteuern nur in gegenseitigem Respekt und auf gemeinsamen Wegen gelingen kann. Diesen Weg fördert die Katholische Landvolkbewegung (KLB) in zahlreichen Dialogveranstaltungen, das ist Teil unserer christlichen Verantwortung.

Die KLB Deutschland richtet den Blick auf die Möglichkeiten, mit denen die Landwirtschaft das Klima schützen kann, ohne den Blick auf die Landwirtschaft als Mitverursacherin des Klimawandels zu vernachlässigen. Die Politik muss jetzt die richtigen Weichen stellen. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Die Landwirtschaft kann dazu wertvolle Beiträge liefern.

Ein Beschluss der Bundesversammlung der KLB Deutschland – 2022

Mehr denn je sind wir als Christinnen und Christen aufgefordert, für den Erhalt der Schöpfung einzutreten. Die aktuelle Klimakrise ist existentiell, global und betrifft Lebensform und Konsumverhalten jeder und jedes Einzelnen. Um diese Überlebensfrage der Menschheit positiv beantworten zu können, muss jede*r in seinem alltäglichen Lebens- und Wirkungsbereich einen Beitrag leisten. Es ist absolut klar, dass ein globales Umsteuern nur in gegenseitigem Respekt und auf gemeinsamen Wegen gelingen kann. Diesen Weg fördert die Katholische Landvolkbewegung (KLB) in zahlreichen Dialogveranstaltungen, das ist Teil unserer christlichen Verantwortung.

Die KLB Deutschland richtet den Blick auf die Möglichkeiten, mit denen die Landwirtschaft das Klima schützen kann, ohne den Blick auf die Landwirtschaft als Mitverursacherin des Klimawandels zu vernachlässigen. Die Politik muss jetzt die richtigen Weichen stellen. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Die Landwirtschaft kann dazu wertvolle Beiträge liefern.

„Landwirtschaft und Klimaschutz“

Ein Positionspapier

Die KLB Deutschland setzt sich für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen ein. Es gilt, die Erde, „unser gemeinsames Haus“, für alle jetzt lebenden Menschen und die zukünftigen Generationen so zu bewahren, dass ein menschenwürdiges Leben möglich ist. Die fortschreitende Erderwärmung sowie das absehbare Ende vielfältiger Ressourcen stellen dieses Ziel grundlegend in Frage.

Wir wollen mit diesem Papier sachlich und konstruktiv zu einem Thema beitragen, das geradezu eine Überlebensfrage der Menschheit ist.

Die Rolle der Landwirtschaft

Die Erderwärmung berührt die Landwirtschaft in dreifacher Weise: Als unmittelbar Betroffene, als Verursacherin und als Teil einer nachhaltigen Lösungsstrategie.

  • Landwirtschaft als Betroffene

Wetterextreme stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Anpassungsstrategien zu entwickeln (Züchtung z. B. auf Trockenheitsresistenz, Humusaufbau, Entwicklung wassersparender Anbausysteme, Bewässerung …) ist ein Gebot der Stunde. Aber eines ist klar: Jetzt nur auf Anpassung zu setzen, wird der Dimension des Themas nicht gerecht.

Die Erderwärmung verschlechtert die durchschnittlichen Erzeugungsbedingungen. Studien besagen, dass jedes Grad der Erwärmung global die Ernten um ca. 10 % reduziert (durch Verwüstung, Versalzung, Erosion, Ertragseinbußen durch unsichere Wasserversorgung, etc….).

Bereits jetzt haben viele Bauern/ Bäuerinnen im globalen Süden ihre Existenz verloren. Klimaveränderungen sind heute schon eine Hauptursache für Migration. Nachdem die Klimaveränderungen Bauern/ Bäuerinnen in besonderer Weise betreffen, sollten gerade sie hier energisch ihre Stimme erheben und selber Vorreiter*innen in allen Belangen des Klimaschutzes sein.

  • Landwirtschaft als Verursacherin

Die Statistik des Umweltbundesamtes weist für das Jahr 2018 Treibhausgas (THG)-Emissionen in Höhe von 63,6 Mio. t CO2­Äquiv. in Deutschland durch die Landwirtschaft aus. Das entspricht 7,4 % der Gesamtemissionen der BRD. Betrachten wir dies weltweit und nehmen die durch unsere Ernährungssysteme verursachten Emissionen hinzu, ist der Anteil höher.

Die Landwirtschaft steht dabei immer im Zielkonflikt der Funktionen, die sie zu erfüllen hat. Das sind die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln, von Biomasse und nachwachsenden Rohstoffen und dem Schutz der Biodiversität. Herausforderungen wie regionale Wasserknappheit, Klimawirkungen durch Extremwetterereignisse sowie die Vermeidung von Treibhausgasen und N-Überschüssen verstärken diesen Konflikt. Hier ist festzustellen, dass CO2-Emissionen aus der Landwirtschaft sicherlich deutlich reduzierbar, aber nicht ganz vermeidbar sein werden.

  • Landwirtschaft als Teil einer nachhaltigen Lösungsstrategie

In Zukunft muss jedoch ein Hauptaugenmerk auf eine THG-optimierte Erzeugung gelegt werden, um messbare Einsparungen zu erreichen. Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen und die Erzeugung pflanzlicher Energieträger kann zusätzlich in einem begrenzten Umfang positive Beiträge leisten.

Wir nehmen deshalb Stellung zu folgenden Maßnahmen, die auch politisch zu fördern sind:

  1. Steigerung der Stickstoffeffizienz und Reduktion der Stickstoffüberschüsse

Der derzeitige N-Überschuss von regional bis zu 100 kg/ha belastet das Klima und alle Ökosysteme in negativer Weise.

Wir wissen um die Problematik der zu hohen Tierbestände in den Intensivregionen Deutschlands. Auch im Sinne des Tierwohls ist ein Umbau der Tierhaltung notwendig, der unmittelbar mit einer Reduzierung der Tierbestände verbunden sein wird. Hierbei sind auch alle technischen Möglichkeiten zur Reduzierung von Emissionen umzusetzen. Dabei soll die finanzielle Planbarkeit für diesen Umbruch innerhalb der nächsten 20 Jahre gewährleistet werden.

Wir fordern:

  • Nährstoffkreisläufe möglichst zu schließen, um damit umweltbelastende Emissionen zu minimieren.
  • Verstärkten Einsatz von tierischem Dünger (Gülle und Mist) in Biogasanlagen.
  1. Erhalt bzw. Steigerung der organischen Substanz im Boden

Der Gehalt und die Zusammensetzung von Humus ist entscheidend für die Fruchtbarkeit der Böden (insbesondere für die Nährstoffversorgung der Pflanzen), aber auch für die Wasserspeicherung, die Wasserversickerung und die Erosionsanfälligkeit.

Darüber hinaus sind Böden wichtige Kohlenstoffspeicher. Nach derzeitigem Stand ist in Ackerböden über einen begrenzten Zeitraum hinweg durchschnittlich eine Kohlenstoffanreicherung von umgerechnet 1,5 t CO2– Äquivalent pro ha und Jahr möglich. Laut Bodenzustandserhebung des Thünen-Instituts speichert Dauergrünland ca. 39 t Kohlenstoff, also etwa 143 t CO2– Äquivalent, zusätzlich im Vergleich zum Ackerland. Grünland ist ein prägendes Element der Agrarlandschaft und zentraler Baustein der multifunktionalen Landwirtschaft. Es leistet einen herausragenden Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.

Wir fordern:

  • Grünland ist durch landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten. Grünlandnutzung durch Wiederkäuer und die Stärkung der Grünlandregionen für die Milchviehhaltung ist aktiver Klimaschutz und vermeidet Nährstoffausträge ins Grundwasser, die durch Grünlandbrachen und den damit verbundenen Abbau von Humus entstehen.
  • Strengen Schutz von Moorböden, Förderprogramme zur Wieder-Vernässung von Mooren (ca. ¼ der TGH-Emissionen stammt aus ehemaligen Moorstandorten).
  • Förderung humusmehrender Bewirtschaftungsweisen im Ackerbau (verbesserte Fruchtfolgen, Ökolandbau, Zwischenfruchtanbau, konsequenter Erosionsschutz etc.), Umwandlung von Ackerland in Grünland und ausreichende finanzielle Anreize hierzu.
  • Die C02– Anreicherung in Böden anzuerkennen und Forschung für einen adäquaten finanziellen Ausgleich hierfür in die Wege zu leiten.
  1. Eine sachorientierte Diskussion um verantwortungsvolle Ernährungsstile

Landwirtschaft und Ernährung stehen in einem engen Zusammenhang. Letztlich bestimmt unser Speiseplan auch die Art und Intensität der Landwirtschaft.

Lebensmittel tierischen Ursprungs verursachen einen wesentlichen Anteil der THG-Emissionen der Landwirtschaft. An die Naturräume regional angepasste Konzepte, wie z. B. Weidemilch und Grundfutter auf traditionellen Grünlandstandorten, können die Landschaften erhalten und zudem regionale Wertschöpfung sichern.

Für eine ausgewogene Ernährung ist oftmals eine Reduzierung des Fleischkonsums sinnvoll. Auch das ist aktiver Klimaschutz.

Wir fordern darüber hinaus:

  • Die Verwendung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln und damit die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und Verringerung von Transporten, insbesondere in öffentlichen und betrieblichen Einrichtungen mit Gemeinschaftsverpflegung
  • Einen weitgehenden Verzicht auf Lebensmittel, die z. B. mit dem Flugzeug transportiert werden.
  • Maßnahmen zur Eindämmung von Lebensmittelverschwendung; Lebensmittel dürfen nirgends zur billigen Ramsch-Ware werden, die man bedenkenlos wegwerfen kann.
  • Den Lebensmitteleinzelhandel zu verpflichten, um den Verfall von Lebensmitteln zu vermeiden, die nicht in der Mülltonne enden, frühzeitiger Abverkauf, Tafeln usw.
  • Eine Kennzeichnung, die Verbraucher*innen, ermöglicht klimaschonende Produkte und Verarbeitung zu erkennen.
  1. Einen Fahrplan für einen Ausstieg aus dem Import von außereuropäischen Futtermitteln besonders um die Regenwälder weltweit zu schützen.

Der Verzicht auf Importfuttermittel kann die Rodung von Regenwald verhindern und verbessert die Nahrungsgrundlage der Menschen im globalen Süden.

Grünlandflächen sind eine der bedeutendsten heimischen Eiweißquellen für die Tierernährung. Um im Sinne der Regionalität der Futtermittelerzeugung und des Klimaschutzes eine von Drittlandsimporten unabhängige Futtermittelversorgung auszubauen, müssen besonders Grünlandstandorte in puncto Flächenumfang, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und erhalten werden.

 Eine realistische Einschätzung der Möglichkeiten von biogenen Rohstoffen und Energieträgern

2017 wurden in Deutschland auf 2,35 Mio. ha Energiepflanzen (= 20 % der Ackerfläche) und auf 0,3 Mio. ha Industriepflanzen (= 2,5 % der Ackerfläche) angebaut. Gleichzeitig werden große Flächen im Ausland für Importe (z. B. allein für Sojaprodukte ca. 2 Mio. ha) beansprucht. Daher führt eine Ausweitung der Anbauflächen für Biomasse bei uns zu Verlagerungen in andere Länder.

Gerade die Ausweitung der Produktion von biogenen Treibstoffen ist auch aus Klimabilanzgründen kritisch zu sehen. Die hier oft in die Diskussion gebrachten Reststoffe werden bereits jetzt schon weitgehend genutzt, bzw. sind für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit (Stroh) notwendig.

Wir fordern:

  • Den Anbau und die Verwertung (energetisch und evtl. auch stofflich) von Lignocellulose. Schnell wachsende Hölzer z. B. Pappeln und Weiden in Kurzumtriebsplantagen (KUP) und Miscanthus (Elefantengras) zu fördern.

Klimaschutz geht alle an!

Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche und politische Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Eine Aufgabe, die uns alle angeht. Um diese Überlebensfrage der Menschheit positiv beantworten zu können, muss jede*r in seinem alltäglichen Lebens- und Wirkungsbereich einen Beitrag leisten. Die Politik ist aufgefordert, dafür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn: Alles, was wir jetzt beim Klimaschutz unterlassen, kommt uns, vor allem aber die nachfolgenden Generationen, teuer zu stehen! Viele kleine, schnell umsetzbare Schritte hin zu mehr Klimaschutz helfen dabei sofort. Bei den langfristigen Zielen, wie dem Umbau der Tierhaltung, sind die sozio-ökonomischen Folgen zu beachten, um Strukturbrüche zu vermeiden und um den Bauernfamilien Wege aufzuzeigen, die sie gehen können, ohne ihre Existenzen zu verlieren.

Richtungsweisend ist dabei für uns ein Satz von Papst Franziskus in der Enzyklika Laudato Si (LS) zum Klimawandel:
LS 23: (…) „Die Menschheit ist aufgerufen, sich der Notwendigkeit bewusst zu werden, Änderungen im Leben, in der Produktion und im Konsum vorzunehmen, um diese Erwärmung oder zumindest die menschlichen Ursachen, die sie hervorrufen und verschärfen, zu bekämpfen.

Download: Landwirtschaft und Klimaschutz_Beschlussfassung KLB final

 

Klima Allianz Deutschland

Klima

Die Klima-Allianz Deutschland ist das breite gesellschaftliche Bündnis für den Klimaschutz. Wir die KLB sind einer der Organisationen, die Mitglied beim Bündnis für den Klimaschutz sind. Mit ihren Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften setzt sich die Klima-Allianz für eine ambitionierte Klimapolitik und eine erfolgreiche Energiewende auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein. Die Mitgliedsorganisationen repräsentieren zusammen rund 20 Millionen Menschen.

Für weitere Informationen zur Klima-Allianz Deutschland:

http://www.klima-allianz.de/

http://www.facebook.com/KlimaAllianz

https://twitter.com/klima_allianz?lang=de

 

Abschluss der Klima-Kampagne

Die Katholische Landvolkbewegung (KLB) beendete bei ihrer Bundesversammlung (6./7. Mai) in Stuttgart-Hohenheim offiziell ihre Kampagne ‘Fair-wandel dein Klima’.
Fazit: ‘Wir müssen unseren Lebensstil ändern. Es ist höchste Zeit’. Die Kampagne ist zwar beendet, aber der Klimaschutz muss weitergehen.

„Fair-wandle dein Klima“, lautete das Motto der bundesweiten Kampagne der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland (KLB), die jetzt offiziell beendet wurde. Dennoch hoffen die Initiatoren, dass es weiter geht: „Klimaschutz kann sich natürlich nicht auf ein Jahr beschränken. Unsere Aktion soll als Anstoß dienen, sich auch weiterhin für die Umwelt engagieren. Dazu gehört es auch, das eigene ökologische Verhalten im Alltag immer wieder kritisch zu hinterfragen“, so der KLB-Bundesvorsitzende Heinz Gerster jetzt bei der Abschlussveranstaltung in Stuttgart-Hohenheim.

„Wir dürfen nicht nur darauf warten, dass die Politik etwas unternimmt, sondern jeder einzelne ist immer wieder gefragt“, so Gerster. Global denken und lokal handeln, lautete daher das Motto der  KLB-Klimakampagne. Das ehrgeiziges Ziel: Ein Jahr lang möglichst wenig Auto zu fahren, um Kilometer einzusparen. So galt es Fahrgemeinschaften zu bilden, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, das Fahrrad zu nutzen oder eben zu Fuß ans Ziel zu gelangen. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Knapp 1,5 Millionen Kilometer sind so zusammen gekommen“, freut man sich bei der KLB.  Denn: „Wir alle wissen, dass die Klimafakten nicht zu beschönigen sind. Die rund 47 Millionen Autos bundesweit verursachen die meisten CO2-Emissionen – noch vor dem Flugverkehr. Dabei fallen zum Beispiel unglaubliche 400 Millionen Autokilometer pro Jahr in Deutschland an, weil das Auto auch für Strecken unter einem Kilometer bewegt wird.“

Zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen begleiteten in den einzelnen KLB-Diözesen deutschlandweit die Aktion. Auf der Agenda standen dabei Themen wie Energie sparen, faire und nachhaltige Ernährung sowie Mobilität. „Unsere Mitglieder waren von Anfang an begeistert dabei. Und so mancher war erstaunt, dass es gar nicht so schwer ist, ganz konkret etwas im Alltag für den Klima- und Umweltschutz zu tun“, bilanzierte Heinz Gerster.

Ein Anstieg des Meeresspiegels, Gletscherschmelze und Hochwasser in Europa, Hitze und Trockenheit, tropische Wirbelstürme, Gefahr für Tier- und Pflanzenarten: Die Folgen der Klimaveränderungen sind weltweit spürbar. Daher lautet die Herausforderung der kommenden Jahre, darin sind sich die Experten einig, die drohende Klimakatastrophe zu verhindern und den globalen Klimawandel zu bekämpfen.

Auch bei der KLB bezieht man eindeutig Position: „Die Folgen des Klimawandels für Menschen und Tiere sind vielschichtig und zum Teil noch gar nicht überschaubar. Klimawandel ist zudem eine Frage der Gerechtigkeit zwischen armen und reichen Ländern, zwischen den Generationen und zwischen Menschen und allen Lebewesen“, so die KLB-Bundesvorsitzende Elisabeth Konrad. „Wir als Christen haben den Auftrag, die Schöpfung zu bewahren und die Erde für alle so lebenswert wie möglich zu erhalten. Deshalb müssen wir endlich begreifen, es ist ernst. Ein nachhaltiger Lebensstil ist unsere Pflicht.“

Fair-wandel Dein Klima: Neun Thesen zur Jahreskampagne der KLB

Die KLB beendete bei der Bundesversammlung 2011 in Stuttgart-Hohenheim offiziell ihre jahreskampagne “Fair-wandel Dein Klima” . Abschließend wurden neun Thesen zur Klimakampagne der KLB Klimakampagen von der Bundesversammlung verabschiedet.

Neun Thesen zur Jahreskampagne der Katholischen Landvolkbewegung in Deutschland

„Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde. Der Mensch ist nicht das Gewebe des Lebens, er ist darin nur eine Faser. Was immer Ihr dem Gewebe antut, das tut Ihr Euch selbst an.“ (Franklin Pierce, Häuptling von Seattle, Rede vor dem Präsidenten der USA 1855)

Zusammenfassung

  1. Es gibt gesicherte Fakten für den Klimawandel. Der Anstieg der CO2-Konzentration, der Erdoberflächentemperatur und des Meeresspiegels sowie die Zunahme extremer Wetterereignisse sind eindeutig belegt.
  2. Eine wichtige Ursache des jetzigen Klimawandels ist menschliches Verhalten. Vor allem der enorm angestiegene Ausstoß von CO2 durch die stark angestiegene Verbrennung fossiler Energieträger sowie das Abholzen der Wälder, aber auch die Emission anderer Klimagase wie Methangas und Lachgas sind gravierende Faktoren dafür.
  3. Die Natur hat unter den aktuelle Folgen des Klimawandels zu leiden. Vermehrtes Artensterben, die Ausdehnung von Wüsten und ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels, eine weitere Zunahme von extremen Wetterereignissen sowie eine leichte Verschiebung der Jahreszeiten in unseren Breitengraden um zwei bis drei Wochen sind bereits zu beobachten.
  4. Die Folgen des Klimawandels für den Menschen sind sehr vielschichtig und nicht überschaubar. Vor allem die ärmeren Länder, welche jedoch für die Ursachen kaum mitverantwortlich sind, werden mit der weiteren Gefährdung ihrer Ernährungssicherheit zu kämpfen haben. Krankheiten und Todesfälle werden zunehmen, Migrationsbewegungen werden größer, Konflikte um Süßwasser und zwischen den Generationen („alter Westen“ – „junger Süden“) werden gravierender.
  5. Christen haben den Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung. Dieser Auftrag zeigt sich in vier Dimensionen: Verantwortung für mich und mein Leben, Verantwortung für alle Menschen, Verantwortung für alle Lebewesen und Verantwortung für alle Zeiten (vor allem für zukünftige Generationen).
  6. Bisherige politische Ergebnisse können nur ein Anfang der Bemühungen sein. Die großen Weltklimagipfel seit 1992 haben zwar Erfolge vorzuweisen, doch sind diese bei weitem nicht ausreichend, um die notwendigen Ziele erreichen zu können.
  7. Weitere politische Maßnahmen mit finanzieller Steuerung müssen in vielen Handlungsfeldern noch erfolgen. Nur einige Handlungsfelder seien aufgezeigt: Verkehr/Mobilität – genau hier griff die konkrete Jahresaktion 2010/2011 der KLB „Autokilometer sparen“ ein – Raumplanung, Wirtschaft/ Handel, Energie, Technologietransfer, Technologiefolgenabschätzung, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Integration.
  8. Lebensstile kann man ändern! Wohnen/ Haushalt, Energieversorgerwahl, Mobilität/Verkehr, Kleidung/ Gebrauchsgegenstände, Ernährung, sichtbarer und unsichtbarer Wasserverbrauch, Geldanlage: Schon kleine Schritte in vielen kleinen Bereichen können große Wirkungen nach sich ziehen. Weniger ist manchmal mehr!
  9. Der Klimawandel ist eine Frage der Gerechtigkeit: Gerechtigkeit zwischen den Völkern (arm und reich), zwischen den Generationen (Gegenwart und Zukunft) und zwischen den Menschen und der ganzen Schöpfung (belebt oder unbelebt).

* Diese Thesen wurden im Rahmen der Bundesversammlung 2011 in Stuttgart-Hohenheim verabschiedet.

Download: Fairwandel Dein Klima 9 Thesen