
- 02. Okt. 2026
- by Bettina Locklair
- in Aktuell
-
0
-
0
Kirchliches Bündnis warnt vor Ausbremsen der Energiewende
Ökumenischer Appell fordert verlässliche politische Rahmenbedingungen
Die KLB Deutschland ist Teil eines breiten Bündnisses aus Landeskirchen, kirchlichen Verbänden und Organisationen sowie Persönlichkeiten beider Konfessionen hat im Vorfeld der parlamentarischen Beratungen zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und zum Netzausbaupaket den „Ökumenischen Appell für eine gerechte Klima- und Energiepolitik“ veröffentlicht. Unterstützt wird der Aufruf von namhaften Vertreterinnen und Vertretern beider Kirchen, darunter die Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp. Darin äußern sie ihre Sorge über politische Vorhaben wie den aktuellen Gesetzesentwurf der Bundesregierung, die den Ausbau erneuerbarer Energien ausbremsen und Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Energien länger festschreiben könnten.
Die Landesbischöfin der Nordkirche und Schöpfungsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kristina Kühnbaum-Schmidt, betont den Handlungsbedarf mit Blick auf künftige Generationen und die Menschen im Globalen Süden: „Wir tragen Verantwortung für Gottes Schöpfung und für die Menschen, die auf sie angewiesen sind. Die vergangenen Monate haben erneut gezeigt, wie spürbar die Folgen der Klimaveränderungen bereits heute sind – für unsere Lebensgrundlagen und besonders für die Menschen im globalen Süden. Was wir jetzt unterlassen, belastet kommende Generationen.”
Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, unterstreicht die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Energiewende: „Dass die Bundesregierung einen Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas vorgelegt hat, war ein überaus richtungsweisender Schritt. Es entsteht eine zukunftsfähige Perspektive: Gelder fließen in lokale Wertschöpfung anstatt in teure fossile Importe. Treibhausgas-Emissionen sinken ebenso wie Abhängigkeiten. Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und das Netzpaket gefährden jedoch diesen Weg. Wenn Anreize für Investitionen sinken, droht die Energiewende ausgebremst zu werden.“
Im Appell fordern die Unterzeichnenden die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag auf, den Ausbau von Wind- und Solarenergie konsequent voranzutreiben, den Ausstieg aus fossilen Energien verbindlich abzusichern und die Energiewende sozial gerecht zu gestalten. Statt neuer fossiler Abhängigkeiten brauche Deutschland verlässliche politische Rahmenbedingungen für Klimaschutz, Investitionen und Versorgungssicherheit. Die Unterstützerinnen und Unterstützer appellieren an die Abgeordneten, die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und das Netzausbaupaket so zu gestalten, dass sie den Übergang zu einem klimaneutralen Energiesystem beschleunigen und nicht ausbremsen.
Den Appell finden Sie hier: oekumenischer-appell-energie-und-klimapolitik-2026
Wenn Noah sich heute weigern würde …