KLB fordert und fördert zukünftigen Dialog mit den Landwirten

Pressemitteilung vom 04. November 2019

Die vielfältigen Proteste der Bauern in den vergangenen Tagen zeigen deutlich, wie wichtig landwirtschaftliche Themen in der

KLB fordert und fördert zukünftigen Dialog mit den Landwirten

Bild: Lothar Kleipaß

Gesetzgebung sind. Sie treffen die Menschen vor Ort direkt und müssen daher differenzierter betrachtet werden als das in der Vergangenheit oft der Fall gewesen ist. Die Katholische Landvolkbewegung stützt die Protestierenden insbesondere in den Forderungen nach genauem Hinsehen und Wertschätzen ihrer Arbeit. Pauschale Regelungen, die sich nur auf eine mögliche Ursache beziehen, wie z.B. die Nitratbelastung von Boden und Wasser durch Landwirtschaft, verkennen alle weiteren ebenso dringend anzugehenden Ursachen. „Basis unserer Arbeit für die Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland ist das christliche Menschenbild, das leitend für unser Bild von einer bäuerlichen und nachhaltigen Landwirtschaft ist“, macht Korbinian Obermayer, Bundesvorsitzender der KLB deutlich. Viele der Bedingungen einer Produktion von gesunden Lebensmitteln, von der die Produzierenden – unsere Bauern und Bäuerinnen – selbständig und eigenverantwortlich leben können, sind nur dann zu erfüllen, wenn genauer auf die Ressourcen und Voraussetzungen vor Ort geschaut wird und entsprechend differenzierte und standortangepasste Wirtschaftsweisen möglich sind.

 

KLB fordert und fördert zukünftigen Dialog mit den Landwirten

Bild: Lothar Kleipaß

Gleichzeitig beeindrucken die Proteste mit ihrer Solidarität untereinander. Es ist ein herausragendes Zeichen, dass sich so Viele verbandsübergreifend und verbandsunabhängig auf den Weg gemacht haben. Ebenso wichtig ist die Solidarität der Verbraucherinnen und Verbraucher mit den Landwirten. Diese wird zu Recht von den Protestierenden eingefordert. In den letzten Jahren wurde nicht mehr hinreichend anerkannt, was tagtäglich auf den Äckern und in den Ställen geleistet wird. Aber auch Landwirte müssen sich bewusst sein und sich dazu bekennen, dass sie eine Verantwortung tragen, der sie nicht immer gerecht werden.

Der bisherige Wachstumswahn in unserer Gesellschaft und Wirtschaft ist an seine Grenzen gekommen. Veränderungen sind dann möglich, wenn jeder sein bisheriges Handeln kritisch betrachtet und überdenkt. Die KLB als kirchlicher Verband sieht hier eine ihrer Aufgaben: Die Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, Verstehen zu fördern und damit Wertschätzung wachsen zu lassen und Veränderungen anzustoßen. Die KLB mit ihren Diözesanverbänden stellt sich dem und bietet oft vor Ort die Plattform für einen konstruktiven Dialog, um gemeinsam eine Zukunft zu gestalten, in der Landwirte ihrer Aufgabe gerecht werden können, die Mittel zum Leben zu produzieren, davon selbst leben zu können und die Umwelt zu schützen, damit auch spätere Generationen eine lebenswerte Zukunft haben. „Mit diesen unseren Kompetenzen bringen wir uns auch gern auf Bundesebene ein, wenn die angekündigten Dialoge und Konferenzen mit der Landwirtschaft realisiert werden“, fügte Bettina Locklair hinzu.

Pressemitteilung zu den Bauernprotesten:  2019OKT29 PM Bauernproteste