Kirche und Land auf der IGW 2020

“Gemeinsam für ein gutes Leben für Alle”

Das Motto des Standes der KLB und des EDL bei der IGW 2020 bestimmte auch die Diskussion auf der Bühne in Halle 27 am Samstagnachmittag.

In guter Tradition diskutierten Gerald Dohme, stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Korbinian Obermayer, Bundesvorsitzender der KLB Deutschland und Ricarda Rabe, Vorsitzende des Evangelischen Dienstes auf dem Land miteinander aus Anlass der Internationalen Grünen Woche. Moderiert wurde das Podiumsgespräch von Martha Hänsler von der KLB, die vor allem das Publikum mit drei Leitfragen einband: Worüber ärgern Sie sich? Worüber freuen Sie sich? Was wünschen Sie sich, wenn Sie an das Leben auf dem Land denken? In den Antworten, die Hubert Wernsmann als “Anwalt des Publikums” zusammenfasste, zeigte sich vor allem, dass das Leben auf dem Dorf zwar häufig als defizitär gegenüber städtischem Leben dargestellt wird, die Realität jedoch eine andere ist. Insbesondere sind Wahrnehmung und Bedürfnis jedes Einzelnen entscheidend, ob er besser auf dem Land leben kann oder in der Stadt. Was dem einen wichtig und wert ist, mag für andere eher nachrangig sein. Diese Differenziertheit zeigt sich sowohl bei Stadtbewohner*Innen als auch bei Landmenschen. Und dennoch gibt es allgemein gültige Voraussetzungen die erfüllt sein müssen. Hier bestehen eindeutige Defizite auf dem Land in Bezug auf die Infrastruktur der Einrichtungen der Daseinsvorsorge wie öffentlicher Personennahverkehr, Erreichbarkeit von Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten oder Gaststätten. Hier wird von den Diskutierenden der Staat in der Pflicht gesehen, die Grundvoraussetzungen zu schaffen oder zu erhalten. Die Einzelnen nehmen sich schon heute sehr häufig in die Pflicht, sei es den Nachbarinnen und Nachbarn gegenüber, oder wenn es um die Schaffung vielfältiger Angebote und ehrenamtlicher Aufgabenwahrnehmung geht. Angefangen von der Freiwilligen Feuerwehr bis zu den Dorfvereinen und Kirchengemeinden, die das gesellschaftliche Leben gestalten und bereichern, wenn nicht sogar erst ins Leben rufen. Gerade hier zeigt sich der ganz eigene Wert des Lebens auf dem Land, wo Nachbarschaft und Unterstützung oftmals selbstverständlicher sind als in der Stadt. Allerdings ist dies nicht selten aus der Not entstanden, um gerade die fehlende Infrastruktur gemeinsam zu ersetzen. Kirche und Land auf der IGW 2020

Das gezogene Fazit für ein gelingendes Leben auf dem Land ist letztendlich entscheidend, was die Menschen vor Ort daraus machen. Unterstützung dafür müssen ihnen Politik und Kirche gleichermaßen geben, dem stimmten auch alle Teilnehmenden zu.

Kirche und Land auf der IGW 2020