Kein Preiskampf bei Lebensmittel

Seite 8Bundesversammlung beschließt Forderungen gegen das Verschleudern von Lebensmitteln– Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe gefährdet – Forderung nach gesetzlichen Korrekturmaßnahmen

Bad Honnef/Niederalteich. Die Katholische Landvolkbewegung (KLB) Deutschland fordert eindringlich, Lebensmittel mehr wertzuschätzen. In einem aktuellen Beschluss der Bundesversammlung heißt es, Landwirte würden durch das Verschleudern von Nahrungsmitteln zu Billigpreisen akut in ihrer Existenz bedroht. „Lockangebote wie Eier zum Stückpreis von 3 Cent rufen unseren Protest hervor. Die Botschaft solcher Aktionen ist unmissverständlich: Lebensmittel sind billig, nichts wert“, steht in dem einstimmig verabschiedeten Papier zu lesen.

Der Bundesvorsitzende, Korbinian Obermayer, bekräftigt: „Mit der aktuellen Preispolitik werden landwirtschaftliche Familienbetriebe akut gefährdet.“ Dabei gefährden die Niedrigpreisstrategien des Handels nicht nur die nachhaltige und umweltfreundliche Erzeugung von Lebensmitteln, sondern zwingen viele Betriebe durch den Preiskampf aufzugeben.

Nahrungsmittel sind in unserer Gesellschaft zu einem Konsumgut wie jedes andere geworden, heißt es in der beschlossenen Stellungnahme. Das sind sie aber nicht, sondern sie werden produziert auf Kosten von natürlichen Ressourcen und Mitgeschöpfen. Häufig würden Lebensmittel weggeworfen, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist. Was immer in Fülle verfügbar ist, das verliere zunehmend an Wert und Bedeutung.

 Keine billigen Lockangebote

Dem Einsatz von Mitteln zum Leben als Lockangebote mit Niedrigstpreisen ist ein genereller Riegel vorzuschieben, fordert die Bundesversammlung. Der Konkurrenzkampf unter den Handelsunternehmen und der damit erzeugte Druck auf die Erzeugerpreise berge große Gefahren für die Qualität der Lebensmittel, die natürlichen Ressourcen und die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe, im Besonderen für die bäuerlichen Familienbetriebe.

Hier sei ein Umdenken erforderlich. Deswegen ruft die KLB politische Entscheidungsträger dazu auf, im Bereich der Lebensmittel die erforderlichen gesetzlichen Korrekturmaßnahmen umgehend vorzunehmen. Dazu gehörten ein generelles Verbot zum Verkauf von Lebensmitteln unter Einstandspreis und die Überprüfung des Verbotes mit den entsprechenden Sanktionen. Auch an die Verbraucher richtet Obermayer das Wort: „Nur wenn ein Umdenken erfolgt vom billigen Lebensmittel hin zum wertvollen Gut, für das ich bereit bin einen fairen Preis bezahlen, wird sich langfristig etwas verändern.“

 

 

 

 

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