Erntedank-Erklärung: Sorge um Lage der Bauern

Die kirchlichen Verbände KLB und EDL, sowie die LandFrauen und der Deutsche Bauernverband weisen zum Erntedankfest auf die schwierige Situation in der Landwirtschaft hin. Hier die Erntedankerklärung, die Sie im Anhang auch nochmals als pdf-Datei finden.

Brigitte Scherb, Präsidentin LandFrauenverband; Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister; Korbinian Obermayer, KLB Bundesvorsitzender

Brigitte Scherb, Präsidentin LandFrauenverband; Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister; Korbinian Obermayer, KLB Bundesvorsitzender; nach dem Erntedankgottesdienst in der Französichen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt

Erntedank 2016
Erklärung von EDL – KLB – DBV – dlv

Boden schützen – Ernährung sichern

Die Erde ist des Herrn – Psalm 24

Zum Schutz landwirtschaftlich genutzter Böden gehört auch der Hochwasserschutz. Die im Zuge des Klimawandels zunehmenden Starkregenereignisse dieses Sommers zeigen dies. Regenmengen von 300 bis 400 Liter pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit, wie wir sie in einzelnen Regionen Deutschlands 2016 mehrfach erlebten, können nicht in wenigen Stunden versickern. Dennoch ist die Aufnahmefähigkeit von landwirtschaftlich genutzten Böden, also der Rückhalt des Regenwassers, besser als auf betonierten Flächen. Auch vom Ödland fließt Niederschlagswasser schneller ab als von bewirtschafteten Äckern mit Hackfrüchten, Getreide oder Futterpflanzen oder
von Weinbergen, Grünland und Wald. Der Wegfall der landwirtschaftlichen Nutzung führt unweigerlich zu höheren Abflusswerten und erhöht die Gefährdung durch Hochwasser. Die Qualität der Böden in Deutschland, also deren Ertragsfähigkeit und Fruchtbarkeit, wird nach einer aktuellen Untersuchung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe als überdurchschnittlich eingestuft. Der Humusgehalt ist nach deutschlandweiten Bilanzen gut bis sehr gut, da die Landwirte durch nachhaltige Bewirtschaftung Humus aufgebaut oder erhalten haben. Lokal gibt es Einschränkungen der Fruchtbarkeit vor allem durch naturbedingte Trockenheit und fehlende Tiefgründigkeit, aber auch durch schädliche Verdichtungen, Erosion oder Rückgang der organischen Substanz.

Die Voraussetzungen für eine gute Ernte sind dank dieser hohen Bodenfruchtbarkeit also gut. Trotzdem wird Erntedank in diesem Jahr bei der Mehrzahl der deutschen Landwirte bestimmt durch Nachdenklichkeit bis hin zu existenziellen Sorgen. Die Ernten der meisten Kulturen
fielen deutlich schlechter aus als im Vorjahr oder im langjährigen Durchschnitt. Zusätzlich sind die Erzeugerpreise teilweise drastisch gesunken und decken teilweise nicht mehr die Herstellungskosten wie bei Milch oder lange Zeit auch bei Fleisch. Die diesjährige Getreideernte fiel deutschlandweit sehr unterschiedlich aus. In einigen Regionen Deutschlands ernteten die Landwirte 30 bis 50 Prozent weniger, bundesweit holten sie 11 Prozent weniger Getreide von ihren Feldern. Die Ursachen waren in vielen Regionen Witterungsextreme.
Ein zu nasses, kühles Frühjahr – teilweise mit Starkregen und Überschwemmungen – sowie ein feucht-schwüler Sommer boten für einige Schädlinge und Pilze ideale Bedingungen, wodurch konventionelle wie ökologisch wirtschaftende Landwirte vor großen Herausforderungen
standen. Ohne fruchtbare Böden, gute Ernährung und Schutz der Pflanzen wären die Ernteeinbußen noch gravierender ausgefallen. Noch vor hundertfünfzig Jahren hätte sich daraus sogar eine Missernte entwickelt mit einer Hungersnot als Folge. Heute ist die Sicherung der Ernährung der heimischen Bevölkerung dank hoher Bodenfruchtbarkeit im Zusammenspiel mitmoderner Technik und Züchtung gewährleistet. dbv_erntedankerklaerung-neu-din-a4-hoch

 

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