Bundesversammlung in der Landvolkshochschule Niederalteich im April 2016

K800_P1490095

KLB Pressemittelung zum Vortrag von Prof. Dr. Rosenberger über „Laudato si“ und ihre Vision für eine zukunftsfähige Entwicklung, sowie dem Gespräch mit Bischof Dr. Stefan Oster, Bistum Passau

 Zentrale Verantwortung liegt beim Verbraucher

„Die Erde hat Feuer am Dach. Es ist höchste Zeit, dass wir alle, jeder einzelne von uns, etwas tun!“ Mit dieser ganz konkreten Aufforderung beginnt Professor Dr. Michael Rosenberger von der Katholischen Privat-Universität Linz seinen Vortrag „Laudato si und ihre Visionen für eine zukunftsfähige Entwicklung – auch ein Plädoyer für eine bäuerliche Landwirtschaft.“ Der Moraltheologe hielt sein Impulsreferat im Rahmen der Bundesversammlung der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) vom 15. bis 17. April 2016 in der Landvolkshochschule St. Gunther, Niederalteich.

„Denn der Papst traut den Menschen an der Basis mehr zu als der Politik oder den großen Konzernen“, so Rosenberger. Es bedürfe einer kulturellen Revolution mit dem Ziel ein starkes Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Güter wie Boden, Wasser und Luft allen Menschen gehören und dem Allgemeinwohl dienen.

Eine große Schöpfungsverantwortung liege dabei in der Landwirtschaft. Schließlich hänge gerade sie im besonderen Maße vom Klima ab. Erderwärmung, stark schwankende Niederschlagsmengen, Verlust der Bodenqualität, all dieses habe einen direkten, negativen Einfluss auf die Landwirtschaft. Zudem seien die Ärmsten der Erde sehr stark von der Landwirtschaft abhängig, denn diese produziere im wahrsten Sinne des Wortes die Mittel zum Leben. Deshalb komme der Landwirtschaft eine Schlüsselrolle zu. „Die geforderte Kulturrevolution wird ohne die Landwirtschaft nicht gelingen.“

Im Vergleich zur aktuell konventionellen Landwirtschaft bräuchten wir eine starke Ökologisierung. Spritz- und Düngemittel müssten stark reduziert und die Suche nach alternativen Möglichkeiten intensiviert werden, dass Pflanzenwachstum zu fördern und die Pflanzen zu schützen. „Die Vielfalt der Arten und die Bodenfruchtbarkeit muss gestärkt werden.“

Außerdem sei ein sorgsamer und gerechter Umgang mit Tieren äußerst wichtig. „Wir Menschen haben nicht nur hier in Deutschland einen enormen Zuwachs an Wohlstand erfahren. Doch warum haben wir diesen nicht an unsere Tiere weitergegeben? Wir müssen demzufolge auch dem Tier mehr Raum, bessere Entwicklungsmöglichkeiten und Pflege zukommen lassen“, fordert Rosenberg. Ein Teil der Landwirte versuche bereits, ihre engen wirtschaftlichen Spielräume zugunsten der Tiere und zugunsten einer sorgsamen Pflege der Natur zu nutzten. Aber auch die anderen müssten sich in die Verantwortung nehmen lassen.

Eine zentrale Verantwortung liege aber in erster Linie beim Verbraucher. „Wenn wir dem Tier bessere Bedingungen schaffen wollen, dann muss Fleisch um das zwei- bis dreifacher teurer werden. Gleichzeitig muss der Fleischkonsum zurückgehen“, macht Rosenberg deutlich. „Der Landwirt muss mit weniger Tieren das Gleiche verdienen können um die Situation der Tiere im Sinne von Laudato si zu verändern.“ Dasselbe gelte auch für andere landwirtschaftliche Produkte. Diese müssten dringend wieder so viel kosten dürfen, dass ein Landwirt von seiner Arbeit wieder leben kann.

„Eine christliche Verantwortung bei einem jeden von uns“, sieht auch Bischof Dr. Stefan Oster, Bistum Passau. „Jeder Mensch ist dazu berufen, seinen Glauben weiterzugeben, von ihm zu erzählen, ja sogar Seelsorger zu sein. Wer sein Christ sein authentisch lebt, ist Nachfolger Christi. Sein Glaube wirkt in alle Lebensbereich hinein.“ Bischof Oster feierte mit den Mitgliedern der KLB am Samstagnachmittag einen festlichen Gottesdienst in der Basilika St. Mauritius und nahm sich danach noch Zeit für ein gemeinsames Gespräch.

K800_P1490125

 

 

 

 

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar