Klima

Abschluss der Klima-Kampagne

Die Katholische Landvolkbewegung (KLB) beendete bei ihrer Bundesversammlung (6./7. Mai) in Stuttgart-Hohenheim offiziell ihre Kampagne ‚Fair-wandel dein Klima‘.
Fazit: ‚Wir müssen unseren Lebensstil ändern. Es ist höchste Zeit‘. Die Kampagne ist zwar beendet, aber der Klimaschutz muss weitergehen.

„Fair-wandle dein Klima“, lautete das Motto der bundesweiten Kampagne der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland (KLB), die jetzt offiziell beendet wurde. Dennoch hoffen die Initiatoren, dass es weiter geht: „Klimaschutz kann sich natürlich nicht auf ein Jahr beschränken. Unsere Aktion soll als Anstoß dienen, sich auch weiterhin für die Umwelt engagieren. Dazu gehört es auch, das eigene ökologische Verhalten im Alltag immer wieder kritisch zu hinterfragen“, so der KLB-Bundesvorsitzende Heinz Gerster jetzt bei der Abschlussveranstaltung in Stuttgart-Hohenheim.

„Wir dürfen nicht nur darauf warten, dass die Politik etwas unternimmt, sondern jeder einzelne ist immer wieder gefragt“, so Gerster. Global denken und lokal handeln, lautete daher das Motto der  KLB-Klimakampagne. Das ehrgeiziges Ziel: Ein Jahr lang möglichst wenig Auto zu fahren, um Kilometer einzusparen. So galt es Fahrgemeinschaften zu bilden, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, das Fahrrad zu nutzen oder eben zu Fuß ans Ziel zu gelangen. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Knapp 1,5 Millionen Kilometer sind so zusammen gekommen“, freut man sich bei der KLB.  Denn: „Wir alle wissen, dass die Klimafakten nicht zu beschönigen sind. Die rund 47 Millionen Autos bundesweit verursachen die meisten CO2-Emissionen – noch vor dem Flugverkehr. Dabei fallen zum Beispiel unglaubliche 400 Millionen Autokilometer pro Jahr in Deutschland an, weil das Auto auch für Strecken unter einem Kilometer bewegt wird.“

Zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen begleiteten in den einzelnen KLB-Diözesen deutschlandweit die Aktion. Auf der Agenda standen dabei Themen wie Energie sparen, faire und nachhaltige Ernährung sowie Mobilität. „Unsere Mitglieder waren von Anfang an begeistert dabei. Und so mancher war erstaunt, dass es gar nicht so schwer ist, ganz konkret etwas im Alltag für den Klima- und Umweltschutz zu tun“, bilanzierte Heinz Gerster.

Ein Anstieg des Meeresspiegels, Gletscherschmelze und Hochwasser in Europa, Hitze und Trockenheit, tropische Wirbelstürme, Gefahr für Tier- und Pflanzenarten: Die Folgen der Klimaveränderungen sind weltweit spürbar. Daher lautet die Herausforderung der kommenden Jahre, darin sind sich die Experten einig, die drohende Klimakatastrophe zu verhindern und den globalen Klimawandel zu bekämpfen.

Auch bei der KLB bezieht man eindeutig Position: „Die Folgen des Klimawandels für Menschen und Tiere sind vielschichtig und zum Teil noch gar nicht überschaubar. Klimawandel ist zudem eine Frage der Gerechtigkeit zwischen armen und reichen Ländern, zwischen den Generationen und zwischen Menschen und allen Lebewesen“, so die KLB-Bundesvorsitzende Elisabeth Konrad. „Wir als Christen haben den Auftrag, die Schöpfung zu bewahren und die Erde für alle so lebenswert wie möglich zu erhalten. Deshalb müssen wir endlich begreifen, es ist ernst. Ein nachhaltiger Lebensstil ist unsere Pflicht.“

Fair-wandel Dein Klima: Neun Thesen zur Jahreskampagne der KLB

Die KLB beendete bei der Bundesversammlung 2011 in Stuttgart-Hohenheim offiziell ihre jahreskampagne „Fair-wandel Dein Klima“ . Abschließend wurden neun Thesen zur Klimakampagne der KLB Klimakampagen von der Bundesversammlung verabschiedet.

Neun Thesen zur Jahreskampagne der Katholischen Landvolkbewegung in Deutschland

„Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde. Der Mensch ist nicht das Gewebe des Lebens, er ist darin nur eine Faser. Was immer Ihr dem Gewebe antut, das tut Ihr Euch selbst an.“ (Franklin Pierce, Häuptling von Seattle, Rede vor dem Präsidenten der USA 1855)

Zusammenfassung

  1. Es gibt gesicherte Fakten für den Klimawandel. Der Anstieg der CO2-Konzentration, der Erdoberflächentemperatur und des Meeresspiegels sowie die Zunahme extremer Wetterereignisse sind eindeutig belegt.
  2. Eine wichtige Ursache des jetzigen Klimawandels ist menschliches Verhalten. Vor allem der enorm angestiegene Ausstoß von CO2 durch die stark angestiegene Verbrennung fossiler Energieträger sowie das Abholzen der Wälder, aber auch die Emission anderer Klimagase wie Methangas und Lachgas sind gravierende Faktoren dafür.
  3. Die Natur hat unter den aktuelle Folgen des Klimawandels zu leiden. Vermehrtes Artensterben, die Ausdehnung von Wüsten und ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels, eine weitere Zunahme von extremen Wetterereignissen sowie eine leichte Verschiebung der Jahreszeiten in unseren Breitengraden um zwei bis drei Wochen sind bereits zu beobachten.
  4. Die Folgen des Klimawandels für den Menschen sind sehr vielschichtig und nicht überschaubar. Vor allem die ärmeren Länder, welche jedoch für die Ursachen kaum mitverantwortlich sind, werden mit der weiteren Gefährdung ihrer Ernährungssicherheit zu kämpfen haben. Krankheiten und Todesfälle werden zunehmen, Migrationsbewegungen werden größer, Konflikte um Süßwasser und zwischen den Generationen („alter Westen“ – „junger Süden“) werden gravierender.
  5. Christen haben den Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung. Dieser Auftrag zeigt sich in vier Dimensionen: Verantwortung für mich und mein Leben, Verantwortung für alle Menschen, Verantwortung für alle Lebewesen und Verantwortung für alle Zeiten (vor allem für zukünftige Generationen).
  6. Bisherige politische Ergebnisse können nur ein Anfang der Bemühungen sein. Die großen Weltklimagipfel seit 1992 haben zwar Erfolge vorzuweisen, doch sind diese bei weitem nicht ausreichend, um die notwendigen Ziele erreichen zu können.
  7. Weitere politische Maßnahmen mit finanzieller Steuerung müssen in vielen Handlungsfeldern noch erfolgen. Nur einige Handlungsfelder seien aufgezeigt: Verkehr/Mobilität – genau hier griff die konkrete Jahresaktion 2010/2011 der KLB „Autokilometer sparen“ ein – Raumplanung, Wirtschaft/ Handel, Energie, Technologietransfer, Technologiefolgenabschätzung, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Integration.
  8. Lebensstile kann man ändern! Wohnen/ Haushalt, Energieversorgerwahl, Mobilität/Verkehr, Kleidung/ Gebrauchsgegenstände, Ernährung, sichtbarer und unsichtbarer Wasserverbrauch, Geldanlage: Schon kleine Schritte in vielen kleinen Bereichen können große Wirkungen nach sich ziehen. Weniger ist manchmal mehr!
  9. Der Klimawandel ist eine Frage der Gerechtigkeit: Gerechtigkeit zwischen den Völkern (arm und reich), zwischen den Generationen (Gegenwart und Zukunft) und zwischen den Menschen und der ganzen Schöpfung (belebt oder unbelebt).

* Diese Thesen wurden im Rahmen der Bundesversammlung 2011 in Stuttgart-Hohenheim verabschiedet.